Jugend im Fachbereich

Warum eigentlich nur am 8.März über Gleichstellung nachdenken

Warum eigentlich nur am 8.März über Gleichstellung nachdenken

Der Jugendfachkreis hat sich den 8. März zum Anlass genommen, um über das Thema Gleichstellung und die Rolle von Frauen in unserer Gesellschaft zu diskutieren. Kern unserer Diskussion waren die vier folgenden Leitfragen.

Wo erlebst du im Arbeitsalltag oder in der Ausbildung, dass es einen Unterschied macht, ob man Mann oder Frau ist?

Diese Frage kann man schon anhand der Ausbildungsberufe festmachen. In der Regel sind technische Berufe oft mit Männern besetzt. Aber nicht nur das scheint ein Kriterium zu sein. Laut den aktuellen Ausbildungszahlen im HUB-Verbund Leipzig sind von 530 Ausbildungsplätzen nur 103 durch Frauen besetzt, das sind nicht mal 20%.

Auch im Arbeitsalltag erleben wir oft, dass Frauen in alte Rollenbilder geschoben werden. Sei es, dass meist Kolleginnen vor Besprechungen zum Kaffee holen angesprochen werden oder dass bei einem Kundenkontakt der Kollegin nicht zugetraut wird, eine technische Angelegenheit zu lösen.

Große Unterschiede gibt es auch oft bei der Besetzung von wichtigen Positionen. Ob hier die Frage nach Familienplanung und weiterer beruflicher Entwicklung im Raum steht? Wir denken ganz klar ja!

Warum gibt es diese Unterschiede?

Wir denken das eine unterschiedliche Sozialisierung in der Kindheit und der Schulzeit einen starken Einfluss darauf hat wie wir heute Gleichstellung gegenüberstehen.

Chancengleichheit ist aus politischer Sicht immer noch nicht gegeben, da oft Männer dominieren und auch in der Politik eher in Spitzenpositionen sitzen. Dazu kommt, dass Klischees alter Rollenbilder in unserer Gesellschaft noch stark verankert und mit typischen Männer- und Frauenbildern und auf das Geschlecht bezogenen Berufszuschreibungen besetzt sind.

Diese Klischees müssen aus unserer Sicht überwunden und dürfen nicht weitergegeben werden. Doch oft fehlt hier den Frauen einfach die Kraft immer wieder darauf aufmerksam zu machen und so wird eine sexistische Bemerkung einfach hingenommen.

Oft reproduziert die mediale Darstellung von Gleichstellung nur noch stärker vorherrschende Klischees, dies sollte aufgebrochen und zum Umdenken angeregt werden.

Was haben Tarifverträge für Gleichstellung schon erreicht?

Tarifverträge regeln die Rahmenbedingungen für alle Beschäftigten des jeweiligen Unternehmens egal ob Mann oder Frau. Es gilt gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Des Weiteren besteht die Möglichkeit auf Teilzeit, mit einer hundertprozentigen Rückkehroption, egal ob man Mann oder Frau ist.

Bis 2013 wurden technische Berufe bei Telekom Ausbildung noch besser vergütet als kaufmännische. Dank ver.di haben wir erreicht, dass heute alle Auszubildenden die gleiche Vergütung erhalten. Genauso macht es die Unterhaltsbeihilfe möglich, dass egal aus welcher Stadt ihr seid, eine Unterstützung bekomme, wenn ihr für die Ausbildung in eine andere Stadt ziehen müsst.

Was würdest du dir zum Thema Gleichstellung wünschen?

Der Jugendfachkreis wünscht sich, dass jeder – Männer aber auch Frauen -  die eigenen Aussagen, Witze und handeln kritischer reflektiert und mehr Verständnis für die Problematik entwickelt. Männer sollten Männer aufklären und sich auch mehr mit der Thematik Gleichstellung beschäftigen, ohne gleich in ein Konkurrenzdenken abzudriften.

Auch beim Thema Besetzung von Führungspositionen und der Frauenquote in technischen Berufen wünschen wir uns, dass man Gleichberechtigung im Betrieb fördert und aktiv unterstütz. Als Gewerkschafter_innen stehen wir dazu und machen uns im Betrieb und bei ver.di dafür stark.

Jeder Tag sollte ein 8. März sein, damit Gleichstellung zur Normalität wird!

Was bewegt dich zum Thema Gleichstellung? Schreib uns gern jugend-tkit.sat@verdi.org 

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