Telekom Konzern

12.04.2016 Warnstreik und Kundgebung in Chemnitz

12.04.2016 Warnstreik und Kundgebung in Chemnitz

Begleitend zur 4. Runde der Tarifverhandlungen beim Deutschland-Segment der Deutschen Telekom trafen sich heute ca. 550 Mitarbeiter vor der Telekom-Niederlassung in der Chemnitzer Minna-Simon-Straße. Von dort lief man über die Straße der Nationen zum Nischel. Danach zog die etwa 200 Meter lange Prozession weiter zum Kraftwerk. Hier erläuterte Jörg Pfeiffer, seines Zeichens verdi-Sekretär für den Fachbereich Telekom/TK/IT in Sachsen, worauf es heute ankommt. So stärke man mit dieser Demonstration der verdi-Verhandlungskommission den Rücken. Bundesweit seien heute ca. 12.000 Mitarbeiter im Ausstand. Den derzeitigen Verhandlungsstand bezeichnete der Funktionär als Frechheit und erntete dafür breiten Beifall und Zustimmung. Es besteht ein krasses Ungleichgewicht zwischen den Vorstandsgehältern inklusive der fetten Boni und den Gehältern derjenigen, die diese Boni überhaupt erarbeiten! Und vom Kündigungsschutz sei momentan auch keine Rede mehr. Und da hört der Spaß bei den Mitarbeitern auf!

Die Geschäftsführerin des verdi-Bezirks Chemnitz/Erzgebirge, Annelie Schneider, unterstrich auch noch mal die historische Bedeutung des Versammlungsortes am Karl-Marx-Denkmal. So erläuterte sie unter anderem auch die Bilanzen des Telekom-Konzerns und zitierte ein ums andere Mal den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom, Tim Höttges, der die Vorbildwirkung und soziale Verantwortung der Telekom hervorhebt. So zitierte Annelie Schneider aus Tim Höttges Bilanzpapieren: „Herzlichen Dank an die Mitarbeiter!“ und fragte sogleich, ob denn das so genannte Angebot der letzten Verhandlungsrunde der Dank sei? Dieses Angebot klingt fast ironisch angesichts hervorragender Bilanzen. Dafür wurde sie laut und energisch mit Applaus bedacht.

Demonstration von 550 Telekom-Mitarbeitern OV Zwickau Plauen 12.04.2016 Warnstreik Chemnitz

Danach trat DGB-Regionsgeschäftsführer für Chemnitz, Ralf Hron, ans Mikrofon und unterstrich die Solidarität des DGB mit den Streikenden bei der Telekom. Er zeigte die Parallelen zu den Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst auf und zeichnet dieselbe sture Haltung des Innenministers nach, den Beschäftigten dort nichts von den reichlich sprudelnden Steuereinnahmen abgeben zu wollen. Ralf Hron war beeindruckt von der Kampfbereitschaft der Telekom-Beschäftigten und wünschte für die Tarifauseinandersetzung bei Telekom viel Erfolg!

Die Telekom-Mitarbeiter waren selbst beeindruckt von der heutigen Demonstration ihrer eigenen Stärke. Sie lassen den Arbeitgeber hiermit wissen: wenn es nicht zu einem tragfähigen Abschluss kommt, werden sie ihn erstreiten!