Telekom Konzern

Leipziger Bildungsdialog

Leipziger Bildungsdialog des ver.di Fachbereichs 9 SAT

Erste Schritte zur Bildungsregion Ost

Am 29.10.2015 kamen im Hörsaal A der Hochschule für Telekommunikation Leipzig, einem eher ungewöhnlichen Ort für ein Treffen von ver.di Ehrenamtlichen, BetriebsrätInnen aus den verschiedenen Telekomgesellschaften, Auszubildenden- und Studierendenvertreter, Funktionärinnen und eine Handvoll Vertreterinnen der Arbeitgeberseite sowie ein Wissenschaftler zusammen. Fast 40 Menschen folgten der Einladung des Landesbezirksfachbereichs. Ihr gemeinsames Ziel war es, die Bildungserfordernisse der Zukunft zu beschreiben und die derzeitige Aus- und Weiterbildung im Konzern zu hinterfragen und daraus Perspektiven für die Region als Bildungsschwerpunkt zu vermitteln.

Aus – und Weiterbildung hat Zukunft – für Unternehmen und Beschäftigte

Blick in den Hörsaal ver.di Bildungsdialog 1

Nach der Begrüßung durch Klaus Hanas, Vorsitzender des Landesbezirkfachbereichs, der in Richtung Konzerne appelierte, sich für eine gute Zukunftsperspektive Bildung auch zu leisten, sprach Michael Schwemmle von der input consulting GmbH. Schwemmle zeichnete zunächst eine Prognose der Zukunft von Arbeit in den großen Telekommunikationskonzernen, die von einem Beschäftigungsabbau gekennzeichnet ist. Dagegen zeichnete er mögliche Potentiale für Beschäftigung, die er in neuen Netzen und neuen Services identifizierte. Im dritten und letzten Schritt beschrieb Schwemmle, warum Qualifizierung eine strategische Unternehmensaufgabe sein muss.

Die folgenden Referenten und die Referentin, Dr. Caspari, Leiter der Technikniederlassung Ost, Axel Wenzke, Leiter der Niederlassung Technischer Service CCS und Geschäftsführer der RSS GmbH sowie Stefanie Kreusel, Mitglied des Aufsichtsrates der T-Systems International GmbH zeigten aus der jeweils betriebsbezogenen Perspektive die Anforderungen an Aus- und Weiterbildung auf. Caspari wies auf die Übergangszeit mit der Koexistenz verschiedener Technologien, in der ein doppelter besonderer Bedarf an Wissen da ist und Wenzke formulierte dazu die Anforderung, dass wir zukünftig anders und schneller lernen müssen. Stefanie Kreusel versuchte daneben auch den Aspekt der work-life-balance in die Diskussion zu bringen.

Bildungsdialog Ost, Hörsaal A HfTL ver.di Bildungsdialog 2

Aus der gewerkschaftlichen und betriebsrätlichen Praxis

Nachdem Tobias Welz das Portfolio der Lehr- und Lernmethoden der HfTL vorgsetellt hatte und eindringlich an die VertreterInnen in und aus den Betrieben appellierte, die Kompetenzen der HfTL in Anspruch zu nehmen, kam mit Peter Praikow, Lei­ter Fach­grup­pe Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on und Lei­ter des IK­T-Pro­jekts, ein ver.di-Vertreter inhaltlich zu Wort. Praikow plädierte unter anderem für eine durchlässige Aus- und Weiterbildung, deren Weg nicht nur durch Führungskräfte definiert wird.

Die dann folgenden Vertreter aus den Interessenvertretungen berichteten, wie es um die Aus- und Weiterbildung aber auch die Personalsituation bestellt ist und welche Zukunftskonzepte es gibt. Aus dem Bereich Ausbildung/Studium wurde deutlich, dass die Verzahnung zwischen Betrieb und Hochschule sehr verbesserungswürdig ist.

Auszubildendenvertreterinnen und Auszubildendenvertreter der Region Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen (SAT), ver.di Bildungsdialog 3

Da ist noch Luft nach oben

In der Abschlussdiskussion wurde nochmal deutlich, dass der Dialog den richtigen Nerv getroffen hat, es gab deutliche Fürsprachen für eine Fortsetzung und es wurde darauf verwiesen, dass es mehr als Lippenbekenntnisse zu mehr Bildung geben muss und die Praxis erweisen wird, wie viel Investition in Bildung im Konzern getätigt werden kann. Axel Wenzke möchte jedenfalls nach Möglichkeiten suchen, mit der HfTL enger zusammen zu arbeiten und deren Kompetenzen zu nutzen.

Aber auch wir vom Landesfachbereichsvorstand bleiben dran, an der Bildungsregion Ost und wollen das Thema in diesem oder einem ähnlichen Format weiter vorantreiben – das nächste Mal auf bequemeren Sitzmöbeln.