T-Systems

18.05.2016 Erster Warnstreik bei T-Systems in Magdeburg und Biere

18.05.2016 Erster Warnstreik bei T-Systems in Magdeburg und Biere

Streikende im Zelt ver.di 18.05.2016 TSI Warnstreik Magdeburg

Heute kamen mehr als 70 Kolleginnen und Kollegen der T-Systems Magdeburg für zwei Stunden vor dem Betrieb auf der Lübecker Straße zusammen, um ihren Tarifforderungen Nachdruck zu verleihen. Auch aus dem Rechenzentrum Biere waren T-Systems Kollegen und Kolleginnen anwesend.

Die Stimmung war super und die Kolleg_innen sichtlich gut gelaunt. Sie sind bereit, auch weiterhin auf die Straße zu gehen. Angelika Kracht-Ullmann, Mitglied der ver.di-Verhandlungskommission, und Jürgen Kriependorf, Vertrauensmann im Betrieb, berichteten zum aktuellen Verhandlungsstand. Dorothea Forch, ver.di-Gewerkschaftssekretärin, machte deutlich warum für Tarifverträge eine gewerkschaftliche Organisation unablässig ist. 

Am 18.5.2016 folgten 73 Kolleginnen und Kollegen der T-Systems an den Standorten Magdeburg und Biere dem Aufruf der Gewerkschaft ver.di zu einem zweistündigen Warnstreik. Die Kolleginnen und Kollegen aus Biere und aus dem Standort Steinkuhle kamen zur Lübecker Str., um dort an der Streikveranstaltung teilzunehmen.

Angelika Kracht-Ullmann und Jürgen Kriependorf informierten während der Veranstaltung über den Stand der Tarif-Verhandlungen und den Zusammenhang, den der Arbeitgeber zwischen betrieblichen Themen und den Tarifverhandlungen herstellt. Besonderen Unmut der Streikenden erzeugte das Verhalten des Arbeitgebers, bisher kein Angebot vorzulegen. Nach seinen eigenen Aussagen will der Arbeitgeber, dass die Beschäftigten durch Lohnverzicht auch noch die Kosten der Transformation von T-Systems tragen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollen nicht nur die Gesundheitsgefahren durch Überlastung hinnehmen, sie sollen als Dank auch noch von der Gehaltsentwicklung im Konzern abgekoppelt werden. Das ist nicht hinnehmbar.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht: Angelika sammelte während der Veranstaltung für den bedürftigen Arbeitgeber.

Geld in Mütze ver.di 18.05.2016 TSI Warnstreik Magdeburg

Das Bild will Kollegin Kracht-Ullmann zur nächsten Verhandlungsrunde mitnehmen. Es spielt darauf an, dass der Arbeitgeber ständig vorhält, wie schlecht es dem Unternehmen gänge. Dass die Beschäftigten ihren Anteil zum stetigen Umsatzplus liefern will er nicht sehen, von einer Anerkennung ganz zu schweigen.

Dorothea Forch informierte die Streikenden über die Rolle der Gewerkschaft in den Tarifverhandlungen. Wenn Tarifverhandlungen erfolgreich sein sollen, werden nicht nur die Streikenden auf der Straße benötigt. Erforderlich sind auch Tarifverhandler der Gewerkschaft, die Mitglieder der Verhandlungskommissionen (auch aus den Betrieben, z.B. Angelika), die unterstützenden Abteilungen in den zentralen und dezentralen Einheiten der Gewerkschaft. Diese gesamte Organisation verursacht natürlich Kosten, die durch Mitgliedsbeiträge finanziert werden.

"Wenn man in Deutschland eine Versicherung abschließen könnte, um jedes Jahr ein Prozent Gehaltserhöhung zu bekommen und von dieser Erhöhung nur ein Prozent als Versicherungsbeitrag zahlen müsste (z.B.: Erhöhung Gehalt 50€, Erhöhung Beitrag 0,50€), hätten wahrscheinlich fast alle diese Versicherung. Die Abschlüsse der Gewerkschaften liegen meist höher als ein Prozent pro Jahr und der Beitrag bei einem Prozent. Warum trotzdem so Viele nicht in der Gewerkschaft sind und auch noch oft den Beitrag als Grund angeben, ist kaum nachvollziehbar. Insbesondere wenn man bedenkt, dass dies die Auseinandersetzungsfähigkeit der Gewerkschaft in Frage stellt."

über 70 Beschäftigte beteiligten sich am 2-stündigen Warnstreik ver.di 18.05.2016 Warnstreik TSI Magdeburg  – über 70 Beschäftigte beteiligten sich am 2-stündigen Warnstreik

 

 

v.l.n.r.: Dorothea Forch, Angelika Kracht-Ullmann, Jürgen Kriependorf ver.di 18.05.2016 Warnstreik TSI Magdeburg  – v.l.n.r.: Dorothea Forch, Angelika Kracht-Ullmann, Jürgen Kriependorf


Die Beschäftigten fordern 5% Lohnplus sowie eine Anhebung der unteren Entgeltgruppen. Bisher hat der Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt.