Vertrauensleute

Tagung der sächsischen Vertrauensleute in Burgstädt

Tagung der sächsischen Vertrauensleute in Burgstädt

02.-03.11.2017
ca. 130 ver.di-Vertrauensleute solidarisieren sich mit den Kolleginnen und Kollegen der STRABAG ver.di Solidarität mit STRABAG

Bereits zum vierten Mal trafen sich die Vertrauensleute des Fachbereichs Telekommunikation und Informationstechnologie (TK-IT) in Sachsen die Vertrauensleute zu einer Arbeitstagung in Burgstädt bei Chemnitz.

An zwei Tagen wurde ausführlich über die verschiedensten Themen, die die Gewerkschaftsarbeit in den Betrieben der Branche betrifft, diskutiert. Viel Raum nahm dabei u.a. die anstehenden Tarifrunden 2018 in den unterschiedlichen Telekom-Unternehmen ein. Pascal Röckert von der ver.di Bundesverwaltung und dort verantwortlich für Tarifpolitik, erläuterte ausführlich das politische und gesellschaftliche Umfeld, in dem die Tarifrunden stattfinden werden. Wie wichtig Tarifverträge sind wurde deutlich, als Röckert an Zahlen festmachte, wie viel mehr ein tarifgebundener Arbeitnehmer im Vergleich zu nicht tarifgebundenen Kollegen im Durchschnitt verdient.

 Ein weiteres wichtiges Thema war der drohende Verkauf der beim Bund verbliebenen T-Aktien, welcher in den Verhandlungen der sich voraussichtlich bildenden „Jamaika-Koalition „diskutiert wird,. Die möglichen negativen Auswirkungen wurden von Pascal Röckert in starken Bildern dargestellt. Mit all diesen Informationen gewappnet können die Vertrauensleute in ihren Betrieben für die Forderungen unserer Gewerkschaft werben, den Verkauf zu verhindern.

 Eine wichtige Funktion dieser Veranstaltung ist der Austausch von Informationen und die Diskussion zu den jetzt anstehenden wichtigen Themen Tarifrunde 2018, Vertrauensleute- und Betriebsratswahlen. Die Vertrauensleute sind jetzt fit für die wichtigen Diskussionen mit den Kolleginnen und Kollegen im Betrieb. Die Vertrauensleute konnten ihre über Jahre entwickelten Netzwerke erneuern und weiter ausbauen. Diese Netzwerke werden immer wichtiger in den nächsten Jahren, damit der Arbeitgeber uns nicht gegeneinander ausspielen kann. Vor allem unter dem Aspekt der ständigen Umorganisationen bei der Telekom und anderen Konzernen der Branche.

 Die Vertrauensleute hatten während der Tagung auch reichlich Gelegenheit über Probleme in ihren jeweiligen Betrieben zu berichten. Ein großer Vorteil dieser großen Runde ist es gerade, dass man den Blick über den Tellerrand bekommt.

 Im weiteren Verlauf erläuterte Annelie Schneider, ver.di Bezirksgeschäftsführerin des Bezirks Chemnitz, über die geplante Fusion der südsächsischen ver.di-Bezirke. Der Bericht wurde vom Landesfachbereichsleiter, Achim Fischer, über die Weiterentwicklung der Dienstleistungsgewerkschaft aus Sicht des Fachbereichs TK-IT ergänzt. Er stellte die Chancen und Risiken von „ver.di wächst“ offen und transparent für die Vertrauensleute dar. Bei dieser Neuaufstellung geht es darum, individuelle und kollektive Gewerkschaftsarbeit zu trennen, mit dem Ziel mehr Kapazitäten für die betriebliche Arbeit freizusetzen. Darüber hinaus sollen auch die Fachbereiche neu strukturiert und gebündelt werden.

Über die Entwicklung der Mitgliederzahlen berichtete Jörg Pfeiffer, seines Zeichens ver.di-Sekretär für Finanzen und Controlling. Ebenso stellte er in seinem Bericht die Altersstruktur der Mitglieder dar und warb dafür, jüngere Kollegen, die sich engagieren wollen, in die Gewerkschaftsarbeit einzubinden.

Gewerkschaftssekretärin Kerstin Chagoubi informierte über die anstehenden Vertrauensleute- und Organwahlen in ver.di. Sie skizzierte grob die Terminketten und auch hier die Wichtigkeit, junge Kollegen kräftig mit einzubinden. Enrico Zemke, Fachbereichssekretär für Sachsen, ergänzte, dass wir als führende Gewerkschaft in der Telekommunikations- und IT-Branche eng zusammenstehen müssen und uns nicht auseinanderdividieren lassen dürfen.

 Ende Oktober überraschte die Telekom damit, den auslaufenden Vertrag über die Betreuung der Telekom-Immobilien mit der STRABAG nicht zu verlängern. Damit sind die Arbeitsplätze der ehemaligen Beschäftigten der DeTeImmobilien, die seinerzeit zur STRABAG verkauft wurden, schwer in Gefahr. Die Vertrauensleute des Fachbereichs schickten eine Solidaritätsnote zu den Kolleginnen und Kollegen (siehe Foto). Ihnen soll nicht dasselbe Schicksal blühen, wie einst z.B. den Kollegen der VTS, die zu Nokia Siemens Networks verkauft wurden.

 Alles in allem kann man resümieren, dass diese Tagung wieder einmal eine perfekte Plattform ist, Probleme und Entwicklungen in unserer Gewerkschaft und unseren Betrieben in Breite und Offenheit zu besprechen und zu diskutieren.

Natürlich kam auch die Kultur nicht zu kurz. Traditionell gestaltete Roberto Ranft mit seinen Mitstreitern ein kurzweiliges satirisches Abendprogramm, gespickt mit einer gehörigen Portion Spott in Richtung Telekom-Management.

Autor: Lars-Gunnar Koch